Wie bin ich nach Madagaskar gekommen?

Category: Besucher Published: Friday, 17 August 2012 Written by Benkö Margit

Wie bin ich nach Madagaskar gekommen?


von Margit Benkö


Nachdem ich mir immer schon gerne die Welt und deren Länder ansehen wollte, habe ich mir gedacht, auch einmal Madagaskar zu besuchen. Ein gut Bekannter von mir, Edi Schulz, ist nach Nosy Be übersiedelt und sich dort ein neues Leben aufgebaut. So konnte mich eigentlich nichts mehr darin hindern, ihm einen Besuch abzustatten.

Gesagt, getan! Im Jahr 2006 war es dann so weit. Ich dachte, 6 Wochen Aufenthalt wären eine ausreichende Zeit, um das Land kennen zu lernen und auch den Strand zu genießen. Leider hatte ich mich geirrt, die Zeit war viel zu kurz bemessen.

Mit der Austrian Airlines ging es nach Paris und Air Madagaskar weiter nach Nosy Be. Dort wurde ich von den beiden Freunden Beza und Edi Schulz abgeholt. Es waren ca.30km bis zur Villa Autriche, dem Domizil der beiden und meines für die nächsten Wochen. Die Fahrt dauerte fast eine Stunde, so unwegsam können Straßen sein, wobei die Bezeichnung Straße schon etwas übertrieben ist! Schlagloch reihte sich an Schlagloch, manche hatten Ausmaße wie Bombentrichter!

Die Ankunft in der Villa Autriche überraschte mich dann schon, trotzdem ich sie von Bildern kenne. Sie ist im Gegensatz zu den hier üblichen Hütten massiv gebaut und es standen 4 Bungalows zur Verfügung. Ein angenehmes und bequemes wohnen war vom ersten Augenblick an sicher gestellt.

Damals fragte mich Edi, ob es mich interessiere, madagassische Schulen zu besuchen. Natürlich war ich neugierig wie das hier so ist. Die Schule, die Klassenzimmer, die Lehrer und natürlich die Schüler. Land und  Leute wollte ich kennen lernen und das war der Anfang. So besuchten  wir einige Schulen.

Was wir in Österreich unter Schule verstehen gibt es hier nicht. Es sind ganz einfache madagassische Holzhütten und in jeder ist eine Klasse untergebracht. 40 bis 60 Kinder für einen Lehrer in der Klasse sind keine Seltenheit.

Natürlich brachten wir einige Zuckerl mit, gemeinsam mit Beza verteilte ich sie an die Kinder. Das Strahlen und die Freude in den Augen der Kinder ist unbeschreiblich. Wenn man so etwas einmal erlebt hat, versteht man auch, dass davon eine Faszination ausgeht, die einen für immer gefangen hält. So beschloss ich wieder zu kommen und Schulartikel in Österreich zu besorgen, um Beza und Edi bei ihren Hilfsprojekten zu unterstützen.

Mittlerweile wird es heuer schon das sechste Mal dass ich nach Madagaskar komme. Da, wie schon gesagt, 6 Wochen Aufenthalt viel zu kurz sind,  verbringe ich nun 3 Monate (Ende Dezember- bis Ende März) in diesem schönen Land. Wir besuchen die umliegenden Dörfer, Schulen und Dispensairen, beim verteilen der gesammelten Hilfsgüter verfliegt die Zeit sehr schnell. Wir machen auch längere Ausflüge auf das "Festland Madagaskar", und auch dabei lerne ich Land und Leute kennen.


Es ist wirklich erstaunlich, wie freundlich und glücklich die Leute hier sind, obwohl sie in unseren Augen sehr arm sind. Madagaskar wird auch international als eines der Armenhäuser der Welt bezeichnet. Das Besondere an den Reisen mit Beza und Edi ist, dass man immer wieder die Möglichkeit hat, dorthin zu kommen, wo keine ausgetretenen Touristenpfade sind.

In der Zwischenzeit bin ich in Österreich die  Anlaufstelle für die Spenden zur Unterstützung der Hilfsprojekte von Edi Schulz. Wenn an Edi Schulz die Frage gestellt wird: Was wird gebraucht? oder: Wohin ist es es zu senden? dann gibt er immer die Auskunft: "...sendet es zu Margit". Wenn er dringend etwas braucht, dann mache ich ein Paket zurecht und schicke es ihm per Post. Bis jetzt sind alle Pakete bei ihm angekommen und es dauert im Durchschnitt 2 bis 3 Wochen.

Es freut mich natürlich, dass ich immer Spenden bekomme, um sie nach Madagaskar zu bringen. Der damit verbundene Aufwand wird allein schon durch die dankbaren Kinderaugen abgegolten. So möchte ich mich recht herzlich bei allen bedanken, die uns Unterstützung zukommen lassen.

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