Rollstühle an Mangabe

Category: Spital Mangabe Published: Tuesday, 31 October 2017 Written by Edi Schulz

Liebe Freunde von MASOA und der Villa Autriche!

 

Mein erster Bericht aus Nosy Be kommt etwas verspätet, da ich nun schon 2 Wochen im Lande bin. Am Dienstag, den 3.Okt. landete ich mit Meridiana Air um 06:30 Uhr, der Flug war problemlos. Wir waren 25 Minuten früher da, von Beza und Fabio wurde ich abgeholt.

Zu Hause erwartete mich eine herzliche Begrüßung, natürlich auch von unseren beiden Hunden, Dugi und Grissu.

Nur die Ruhe dauerte es nicht lange, ich musste wieder zum Flughafen zurück, 3 Gäste aus Österreich waren angesagt. Von ihnen erfuhr ich , dass ich am Nachmittag nochmals zum Flughafen muß, um eine junge Frau, die aus China  über Mauritius kommt, abzuholen. 3x an einem Tag war ich auch noch nie am Flughafen.

Anschließend konnte ich einen Blick in unsere Garage werfen, wobei mich fast der Schlag traf. 40 von meinen 50 aufgegebenen Spendenpaketen, waren bereits angekommen. Dem entsprechend, war was in der Garage los.

Am Mittwoch begann ich mich dann im Paketdschungel durchzugraben. Es muß alles für die Verteilung geordnet werden, vorerst gilt es überhaupt eine Übersicht zu bekommen. Zum Versand mußte ich die Pakete so verpacken, dass jedes genau 20 kg hatte, um das Porto optimal auszunützen. Da ist natürlich klar, dass einiges gemischt verpackt werden mußte, Verbandsmaterial, Medikamente, Schul-und Kindersachen, Stofftiere, Bekleidung etc. Nun ist das Material nach dem Bedarf zu organisieren, der ist je nach Empfänger unterschiedlich. 

Dazwischen müssen wir uns auch um unsere Gäste kümmern. Daher geht auch das Umpacken etwas schleppend voran. Außerdem hatten wir vereinbart, dass wir mit ihnen  am Montag nach Diego, im Norden von Madagaskar, fahren und erst am Freitag zurückkommen.

Davon gibt es dann einen eigener Bericht.

Es lief so wie geplant, wir waren schon Donnerstagabend zurück, deshalb konnte ich mich am Freitag schon wieder meinem Paktetdschungel widmen. Inzwischen waren wieder 7 Pakete angekommen nun fehlen nur noch 3.

Bis Samstag Mittag schaffte ich es, einige Ordnung in die Pakete zu bringen. Dann konnte ich mich den 7 Rollstühlen (2 Erw.5 Kinder ) widmen. Meine Sonntagsbeschäftigung war daher gesichert. Bis am Abend hatte ich 4 Kinderrollstühle fast fertig zusammen gebaut. 8 Spendenpakete zur Verteilung hatte ich ebenfalls fertig, um sie dann am Montag verteilen zu können .

Montagmorgen war unser erster Weg zum Kinder–Reha-Center in Mangabe.

Dort erkundigten wir uns, wieviele Kinder zur Zeit untergebracht sind und ob es um16:00 Uhr kommen könnten.

Dann ging die Fahrt nach Ambataloaka zur Dispensaire. Dort war der Warteraum, das ist die Strasse, voll. Beza erkundigte sich, ob wir eintreten dürfen. Es ist nur anstandshalber, denn wir werden immer sofort empfangen. 2 Pakete Verbandsmaterial und Medikamente übergaben wir der Ärztin und dem Helferteam. Die Freude war unbeschreiblich, als die Pakete geöffnet wurden. Es bedurfte noch einigerErklärungen bezüglich der Medikamente. Dann herzliches Dankeschön mit der Bitte wieder zu kommen.

 

Weiter zum ital. Spital. Wir werden sofort vorgelassen. Das Ärzte- und Schwesternteam kennt uns schon einige Jahre, wir werden sehr herzlich begrüßt. Auch dann, wenn wir nichts bringen und mit einer Verletzung oder andeen Beschwerden kommen.

1 Paket Verbandsmaterial und 2 Pakete Medikamente werden mit großen, erwartungsvollen und freudestrahlenden Augen geöffnet. Die Freude wurde immer größer, umso tiefer sie ins Paket kommen.

In der Zwischenzeit war die Zeit schon fortgeschritten und wir mußten noch nach Hell Ville fahren, um einzukaufen. Einen Sack Reis und 5 Kg Zebufleisch, sowie einige Zuckerl für die Kinder von Mangabe. Dann zurück in die Villa Autriche zum verspäteten Mittagessen.

Anschließend hatten wir noch einiges herzurichten und zu verladen. Kleine Honigportionen hatten wir Österreich bekommen, auch Zahnbürsten und Zahncremen. Das bekommen natürlich die Kinder, dazu bringen wir noch 2 Kartons Verbandsmaterial, darunter auch Gipsbandagen, Hustensaft und Malsachen. So für den täglichen Gebrauch.

 Kurz vor 16:00 Uhr bekamen wir noch Besuch von einem madagasischen Journalisten, der von unseren Aktivitäten erfahren hatte und mit dabei sein wollte.

Als die Kinder unser Auto in der Einfahrt sahen, waren sie nicht mehr zu halten. Wir wurden sofort bestürmt um allen die Hand zu geben, sie holten sich sozusagen ihre Streicheleinheiten ab. Eine sehr stark berührende Situation, wenn man die verkrüppelten und von den Operationen vernarbten Füße betrachtet.

Dann ging's ans Ausladen. Zwei Rollstühle hatten wir auch mit. Sofort wurde sie von zwei Kindern mit Gips an beiden Beinen belegt. Schon wurden sie hinein gehoben und  durch die Gegend gefahren. Es dauerte nicht lange und sie probierten es schon selbst. Einem Kind zeigte ich, dass es das Metallrad drehen muß und nicht das Gummirad . Davon bekommt es schmutzige Hände. Obwohl es eigentlich egal ist, sie sollten es halt gleich ordentlich lernen.

Ein drittes Mädchen hatte ebenfalls beide Beine in Gips . Wir werden noch einen weiteren Rollstuhl nach Mangabe bringen. Zwei Zuckerl bekam jedes Kind und natürlich ein Stofftier zum Kuscheln. Man kann das dankbare Strahlen ihrer Augen nicht beschreiben. Man muß es selbst erleben. Wir kommen natürlich öfter in diese Situation, aber es sind immer wieder emotionale Momente.

Auch der Journalist filmte, fotografiert und interviewte die dort arbeitenden kath. Schwestern. Er möchte uns helfen und beim Subpräfekt (in etwa wie ein Bezirkshauptmann) und Zoll vorsprechen, damit uns an diesen Stellen nichts in den Weg gelegt wird und kein Zoll bezahlt werden muß. Einen Beitrag in madagassisch hat er bereits mit Fotos ins Facebook gestellt. Zum Schluß gab es wie immer ein Lied von den Kindern, damit uns der Abschied schwer fällt.

Beza und ich bedanken uns bei euch recht herzlich im Namen der Empfänger für die Spenden. Gerne würde ich die Namen anführen, da ich jedoch nicht allein die Spenden in Empfang nehme, habe ich auch keinen direkten Überblick wer, wieviel, was, gespendet hat.

Daher, nochmals herzlichen Dank und liebe Grüße, auch von den Kindern.

Wir geben das weiter, was wir von euch bekommen.

Beza und Edi Schulz

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